1831 Flureinteilung Gemarkung Ulfa

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen Anfang des 19. Jahrhunderts wurden selbständige Gemeinden mit Bürgermeistern und Gemeinderäten geschaffen, die Leibeigenschaft und auch die Zehntpflicht gegenüber dem Adel aufgehoben. Dadurch wurde auch das Steuerwesen grundlegend verändert, wozu die Grundlagen aber auch erst geschaffen werden mußten. Um Eigentumsverhältnisse, Werte und Erträge aus Grundeigentum feststellen oder festlegen zu können, mußten die Flächen jeder Gemeinde neu eingeteilt und vermessen werden. Das hierzu notwendige Katastergesetz wurde am 13. April 1824 erlassen, konnte aber wegen des fehlenden Fachpersonals nur nach und nach umgesetzt werden. So wurde die Gemarkung Ulfa erst im Jahre 1831 nach den neuen Bestimmungen eingeteilt.


Zunächst wurde ein Gemarkungsplan nach den bekannten Grenzen aufgestellt und in Flure unterteilt. Diesem folgte dann eine Abstimmung mit den einzelnen umliegenden Gemeinden, was jeweils mit mindestens zwei verantwortlichen Gemeindevertretern vor Ort erfolgte. Ganz ohne unterschiedliche Meinungen ging das nicht vonstatten. In der Beschreibung der Gemarkungsgrenze wurden 355 Grenzpunkte verzeichnet, die mit Grenzsteinen ausgesteint wurden bzw. schon waren. Innerhalb der Gemarkung erfolgte eine Unterteilung in Flure und diese wiederum in Flurstücke, so wie wir sie heute noch haben. Die Markierung (Aussteinung) der Grundstücke innerhalb der Flur war Sache der jeweiligen Gemeinde; die Kosten mußten die Grundstückseigentümer bezahlen. Nachstehend geben wir das Protokoll zur Flureinteilung, wie im Original geschrieben, wieder: 



Provinz Oberhessen

Steuerbezirk Schotten

Protokoll

ueber die Flureintheilung der Gemarkung

Ulfa und nähere Beschreibung der

einzelnen Fluren


Nachdem der unterzeichnete Geometer in Gemäßheit des §.22 der Instruction vom 30ten Juni 1824 den vorläufigen Plan zur Flureintheilung der Gemarkung Ulfa entworfen hatte, wurde am 2ten Juli 1831 nach Vorschrift der genannten Information zur Grenzbesichtigung der einzelnen Fluren

geschritten. Hierbey waren außer dem Genannten gegenwärtig:

    1.    Der Herr Bürgermeister Lotz

    2.    die Lokalkundigen Gemeinderath Hofmann

und Steinsetzer Bünzel.

Vor der Besichtigung wurde der vorläufig entworfene Plan genau durchgegangen und geprüft und hierauf mit der Grenzbegehung der Flur I der Anfang gemacht.


Flur I: Diese Flur enthält sämmtliche Hofraithen des Ortes Ulfa nebst den dazu gehörigen Hausgärten, das Ackerfeld am Stornfelser und grünen Weg, auf der Hohle, auf dem Kolbentänzer, die Burgwiese und die Gras- und Grabgärten aufm Rüll, auf der Landwehr, im Stiegelgarten und auf der Schwadern, die Wiesen und Grabgärten auf dem Höhrig, bey Christian Gottwalsen Haus, im Gräben, auf der Mühlwiese, im Katharinen Garten und in der Lücke. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet der grüne Weg, die westliche der Fußweg zwischen dem Kolbentänzerfeld und Döllenboden, zieht sodann östlich an den 18 Morgen hin, wendet sich hier südlich über das Ackerfeld auf dem Rüll, auf dem Weg nach Nidda und sodann hinter der Landwehr dem Schwaderweg nach auf den Höhrig, an der Altenburg hin durch die Mühlwiese auf den Weg nach Stornfels und diesem nach bis bey den grünen Weg. Die Flur I wird umgeben gegen Norden von der Flur Nr. II und X, gegen Westen von der Flur Nr. XII, gegen Süden von der Flur Nr. XIV und gegen Osten von der Flur Nr. XV und XVI. Nach beendigter Besichtigung der Flur Nr. I wurde zur Flur II übergegangen.



Flur II:    Diese Flur enthält das Ackerfeld auf dem Ellmerboden, im Föllstall, von Andreas Gehrhards Weinberg, in der Schwäbersbach, im grünen Wegs Feld, hinterm grünen Weg, am Weinfurtsberg, bey der Weinfurtswiese und beim steinern Kreutz. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht über der Daubenkröpp nach dem Föllstall auf den Weg nach Laubach und von diesem durch das Ackerfeld vorm Johannesköppel, wendet sich sodann südlich auf den Weg nach Villingen, diesem, dem grünen Weg und dem Weg nach Stornfels nach über die Gewann beim steinern Kreutz welche die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. II wird begrenzt gegen Norden von der Flur Nr. III, gegen Westen von der Flur Nr. VIII und X, gegen Süden von der Flur Nr. I und gegen Osten von der Flur Nr. XVI und XXV. Hierauf folgte die Flur Nr. III


Flur III:    Diese Flur umschließt das Ackerfeld am Gonderskircher Pfad, nach dem Vogelherd, im ungeheuren Grund, vorm Johannesköppel, am Laubacher Pfad, im Föllstall und die Wiesäcker. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Gemarkung Stornfels, zieht sodann südlich dem Weg nach der Friedrichshütte nach, durchschneidet in östlicher Richtung das Ackerfeld vorm Johannesköppel und beim Föllstall, wendet sich endlich nördlich an den Wiesäcker hin auf die Gemarkung Stornfels. Die Flur Nr. III wird umgeben: gegen Norden von der Gemarkung Stornfels, gegen Westen von der Flur Nr. IV und VIII, gegen Süden von der Flur Nr. II und gegen Osten von der Flur Nr. XXV und der Gemarkung Stornfels. Hiernach wurde zu der Flur Nr. IV übergegangen


Flur IV:    In dieser Flur liegt ein Theil des Fiskalischen Waldes (die Mahr), der Kirchenwald (Johannesköppel) und der Gemeindewald vor der Mahr.

Die nördliche und westliche Grenze dieser Flur zieht in gerader Richtung durch den fiskalischen Wald, die südliche und östliche Grenze bildet die Waldgrenze zwischen dem gemeinheitlichen Wald und dem Ackerfeld vorm Johannesköppel. Die Flur Nr. IV wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. V, gegen Westen von der Flur Nr. VII, gegen Süden von der Flur Nr. VIII und gegen Osten von der Flur Nr. III und der Gemarkung Stornfels. Hiernach folgte die Flur Nr. V.


Flur V:    Diese Flur enthält einen Teil des fiskalischen Waldes (die Mahr), die Wiesen in der Ackers-Mahr, im Bärenpfuhl und auf dem Linnes. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Gemarkungsgrenze mit den Solms Laubachischen Waldungen, zieht sodann in südlicher und westlicher gerader Richtung durch die Mahr auf den Dreymärker Nr. I, von welchem die Gemarkungsgrenze mit Solms Laubach die östliche Grenze dieser Flur bildet.

Die Flur Nr. V wird umgeben: gegen Norden von den Solms Laubachischen Waldungen, gegen Westen von der Flur Nr. VI, gegen Süden von der Flur Nr. IV und gegen Osten ebenfalls von den Solms Laubachischen Waldungen. Hiernach wurde die Flur Nr. VI vorgenommen.


Flur VI:    Diese Flur enthält einen Theil der Mahr, die Wiesen im tiefen Loch, die Köppelswiese, in der Weberhanneswiese, in der Saulbautzenwiese

und am Ruppersburger Weg. Die nördliche Grenze bilden die Solms Laubachischen Waldungen, die westliche die Gemarkung Langd, durchschneidet sodann in östlicher und nördlicher gerader Richtung die Mahr bis auf die Grenze mit Solms Laubach. Die Flur Nr. VI wird umgeben: gegen Norden von Solms Laubach, gegen Westen von der Gemarkung Langd, gegen Süden von der Flur Nr. VII und gegen Osten von der Flur Nr. V. Hierauf folgt die Flur Nr. VII.


Flur VII:    Diese enthält einen Theil der Mahr und die Lappenwiese. Die nördliche Grenze dieser Flur durchschneidet in gerader Richtung die Mahr bis auf die Gemarkung Langd, läuft dieser südlich nach, durchschneidet sodann in westlicher Richtung den fiskalischen Wald bis an das Ackerfeld, läuft an der Wald und Feldgrenze hin und durchschneidet endlich in nördlich gerader Richtung den herrschaftlichen Wald (Mahr). Die Flur Nr. VII wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. VI, gegen Westen von der Gemarkung Langd, gegen Süden von der Flur Nr. IX und VIII und gegen Osten von der Flur IV. Hiernach wurde zur Flur Nr. VIII übergegangen.


Flur VIII: Diese Flur enthält das Ackerfeld vorm Johannesköppel, hinter der Hainbuche, im Schulgrund und zu Reckenhausen. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet der Gemeinheitliche Wald vor der Mahr, zieht sodann südlich durch das Ackerfeld im Schulgrund, wendet sich hier östlich durch die Gewannen zu Reckenhausen und überm Döllenboden bis auf den Katzenberg, von wo der Weg nach der Friedrichshütte die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. VIII wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. IV, gegen Westen von der Flur Nr. IX, gegen Süden von der Flur Nr. X und gegen Osten von der Flur Nr. II und III. Hiernach folgte die Flur Nr. IX


Flur IX: Diese Flur enthält einen Theil der Mahr, das Ackerfeld am Judenkirchhof, im langen Grund und im Schulgrund. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht in gerader Richtung durch die Mahr, die westliche bildet die Gemarkung Langd, zieht sich sodann östlich zwischen dem Gemeinheitlichen Graben und dem Ackerfeld auf der Steinbahn hin, durchschneidet in nördlicher Richtung das Ackerfeld im Schulgrund bis an den Gemeinheitlichen Wald, vor der Mahr. Die Flur Nr. IX wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. VII, gegen Westen von der Flur Nr. XI und X und gegen Osten von der Flur Nr. VIII. Sodann wurde die Flur Nr. X vorgenommen.


Flur X: In dieser Flur liegt das Greitschfeld, das Ackerfeld aufm Reckenhäuserberg, überm Döllenrain,    zu Reckenhausen, beim Wachtköppel, bey der Straße und bey der rothen Hecke. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht durch die Gewannen im Schulgrund und überm Döllenrain, wendet sich sodann südlich über das Ackerfeld zu Reckenhausen und bey der Straße auf den Weg nach Langd und diesem in östlicher Richtung nach bis auf den Weg nach der Friedrichshütte, welcher endlich die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. X wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. IX und VIII, gegen Westen von der Flur Nr. XI, gegen Süden von der Flur Nr. II. Hierauf wurde zur Flur Nr. XI übergegangen.


Flur XI: In dieser Flur liegt das Ackerfeld zu Reckenhausen, in der Steinbahn, vorm Längder Wald, aufm Häßels, am Ruppersberg, beim Biegenweider Weg und aufm langen Gewänn. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht durch die Gewannen am Judenkirchhof und in der Steinbahn, die westliche Grenze bildet die Gemarkung Langd bis auf den Biegenweider Weg, zieht von hier in östlicher Richtung dem Biegenweider Weg nach, wendet sich sodann nördlich zwischen den Gewannen aufm langen Gewänn und bey der Straße durch das Ackerfeld zu Reckenhausen. Die Flur Nr. XI wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. IX, gegen Westen von der Gemarkung Langd, gegen Süden von der Gemarkung Rabertshausen und der Flur Nr. XII, gegen Osten von der Flur X. Hiernach folgte die Flur Nr. XII.


Flur XII: Diese Flur enthält das Ackerfeld im Döllenboden, im Schneckengraben, hinterm Kirchberg, aufm Hasensprung, hinterm Radberg, die Nörn, über Peter Rauen Acker und die Vorderwaid. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Straße nach Langd, zieht sodann der Gemarkung Rabertshausen in südlicher Richtung nach bis auf den Fußweg nach Rabertshausen, wendet sich hier östlich an der Vorderweid hin auf den Weg nach Nidda, zieht von hier nach den sieben Morgen, den Fußweg zwischen dem Döllenboden und dem Kolbentänzerfeld nach, auf den Weg nach Langd.

Die Flur Nr. XII wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. X und XI, gegen Westen von der Gemarkung Rabertshausen, gegen Süden von der Flur XIII und XIV und gegen Osten von der Flur Nr. I. Hiernach folgte die Flur Nr. XIII.


Flur XIII: Diese Flur enthält das Ackerfeld zwischen den Waiden, an den Schmittbüschen, auf der Kaulbahn, auf der Aalbach und die Hinterweide.

Die nördliche Grenze dieser Flur zieht an dem Ackerfeld zwischen den Waiden und der Vorderweid hin auf die Gemarkung Rabertshausen, läuft sodann derselben in südlicher und östlicher Richtung nach bis auf die Aalbach wendet sich hier nördlich über das Ackerfeld auf der Aalbach auf die Straße nach Nidda, welche sodann die östliche Grenze dieser Flur bildet.

Die Flur Nr. XIII wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. XII, gegen Westen und Süden von der Gemarkung Rabertshausen und gegen Osten von der Flur Nr. XIV.


Flur XIV: Hiernach wurde zur Flur Nr. XIV übergegangen, welche die Gras- und Grabgärten hinter guten Leute Garten und auf der Schwadern, das Ackerfeld auf der Härzbach und auf der Aalbach, den Wiesen vor der Härzbach, in der tiefen Härzbach und am Käsberg, enthalt. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet der Schwaderweg hinter der Landwehr, zieht sodann in südlicher Richtung dem Weg nach Nidda nach, über das Ackerfeld auf der Aalbach bis auf die Gemarkung Rabertshausen und Oberschmitten in östlicher und nördlicher Richtung nach auf den Weg nach Oberschmitten, welcher die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XIV wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. XIII, gegen Süden von der Gemarkung Rabertshausen und gegen Osten von der Gemarkung Oberschmitten und der Flur Nr. XV. Hiernach wurde zu der Flur Nr. XV übergegangen.


Flur XV: Diese Flur enthält das Ackerfeld beim Wolfsgraben, am Fuhrt hinauf, im Altenburgsfeld und auf der Altenburg, sodann die Wiesen im Egelsee und beim Schwadersteg. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht über das Altenburgsfeld auf die Brückenbach, wendet sich hier südlich dem Fuhrt und Graben nach über das Schwaderfeld auf den Weg nach Oberschmitten und die Gemarkung Eichelsdorf, läuft von hier in östlicher Richtung der Gemarkung Eichelsdorf nach bis bey die Eichen, von wo der Wolfsgraben die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XV wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. XVI, gegen Westen von der Flur Nr. I und XIV, gegen Süden und Osten von der Gemarkung Eichelsdorf und der Flur Nr. XVII. Hierauf wurde zur Flur Nr. XVI übergeschritten.


Flur XVI: Diese Flur enthält das Ackerfeld beim steinern Kreutz, auf der Wassererlenbach, am Hingling, aufm Schotter Strauch, aufm vordersten Rühmel und zu Bingeshausen, die Gras- und Grabgärten auf der Mühlwiese und im rothen Garten, sodann das Ackerfeld am Groenrain und beim langen Loh. Die nördliche und westliche Grenze dieser Flur bildet der Weg nach Stornfels, wendet sich so dann östlich über die Mühlwiesen bis bey die Brückenbach, zieht so dann zwischen dem Altenburgfeld und langen Loh auf die Straße nach Schotten, von wo der fiskalische Wald, lange Loh, die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XVI wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. XXV, gegen Westen von der Flur Nr. II und I, gegen Süden von der Flur Nr. XV und gegen Osten von der Flur Nr. XVII und XVIII.


Flur XVII: Hiernach folgte die Flur Nr. XVII, welche das Ackerfeld vorm langen Loh, aufm Wolfsgraben, am Groenrain, auf dem langen Loh und im Frohnholz, sodann die Wiesen in der Wann und kalten Grund, enthält. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet der fiskalische Wald, zieht sodann südlich über das Ackerfeld auf dem langen Loh durch den Wolfsgraben auf die Gemarkung Eichelsdorf, welche die südliche und östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XVII wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. XVIII, gegen Westen von der Flur Nr. XVI und XIV, gegen Süden und Osten von der Gemarkung Eichelsdorf. Hiernach wurde zur Flur Nr. XVIII übergeschritten.


Flur XVIII: Diese Flur enthält die Wiesen im kalten Grund und einen Theil des fiskalischen Waldes, die Wann, die nördliche Grenze dieser Flur zieht in gerader Richtung über den Wannkopf in die Greinbach, sodann zwischen den Wiesen und dem Wald in südlicher Richtung auf den Waldweg am Groenrain, von wo sodann die Waldgrenze die südliche und die Gemarkung Eichelsdorf die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XVIII wir begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. XXIV, gegen Westen von der Flur Nr. XXV und XVI, gegen Süden von der Flur XVII und gegen Osten von der Gemarkung Eichelsdorf und der Flur Nr. XIX.


Flur XIX: Hiernach folgte die Flur Nr. XIX, welche die Wiesen im kalten Grund, die Brauwiesen und einen Theil des fiskalischen Waldes, die Wann enthält. Die nördliche Grenze bildet die Waldgrenze in der Grainbach, zieht sodann in südöstlicher Richtung auf die Gemarkung Eichelsdorf, durchschneidet sodann in gerader nördlicher Richtung den Wannkopf bis auf die Wiesen in der Grainbach. Die Flur XIX wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. XXIV, gegen Westen und Süden von der Flur Nr. XVIII und der Gemarkung Eichelsdorf und gegen Osten von der Flur Nr. XX.


Flur XX: Hiernach wurde zur Flur Nr. XX übergegangen, welche den fiskalischen Walddistrict großen und kleinen Hammelstein, die Wiesen im großen und kleinen Hammelstein, auf der Salzlecke und in der Bauwiese, umschließt. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht in gerader Richtung durch den großen Hammelstein auf die Wiesen in der Sottern, sodann der Waldgrenze in der Sottern und Grainbach in südlicher Richtung nach, wendet sich sodann östlich auf die Gemarkung Eichelsdorf, sodann dieser nach und endlich in nördlicher Richtung über den Reibertskopf durch die Wiesen in der großen Buchwiese. Die Flur Nr. XX wird umgeben: gegen Norden von der Flur Nr. XXIII, gegen Westen und Süden von der Flur Nr. XIX und der Gemarkung Eichelsdorf und gegen Osten von der Flur Nr. XXI. Hiernach folgte die Flur Nr. XXI.


Flur XXI: Diese Flur enthält einen Theil des Reibertskopfs, die Wiesen im Reiberts, auf der Salzlecke und in der Schneiderswiese. Die nördliche Grenze dieser Flur zieht in gerader Richtung über den Reibertskopf, wendet sich in der großen Buchwiese südlich auf die Gemarkung Eichelsdorf, welche sodann die südliche und die Gemarkung Rainrod die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XXI wird umgeben: gegen Norden von der Flur XXII, gegen Westen von der Flur Nr. XX, gegen Süden von der Gemarkung Eichelsdorf und gegen Osten von der Gemarkung Rainrod.


Flur XXII: Hiernach wurde die Flur Nr. XXII vorgenommen, welche einen Theil des fiskalischen Waldes, einen Theil der Buchwiese und die Wiesen auf dem Rainröder Graben enthält. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Gemarkung Stornfels, zieht sodann südlich zwischen den Wiesen in der Sottern und dem fiskalischen Wald hin durch den Hammelstein und die große Buchwiese auf die Gemarkung Rainrod, welche die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XXII wird umgeben: gegen Norden von der Gemarkung Stornfels, gegen Westen von der Flur Nr. XIII und XX, gegen Süden von der Flur Nr. XXI und gegen Osten von der Gemarkung Rainrod.


Flur XXIII: Hiernach folgt die Flure Nr. XXIII, welche einen Theil des fiskalischen Waldes, die Wiesen in der Grainbach und in der Sottern umschließt. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Gemarkung Stornfels, zieht sodann in gerader Richtung über den Stockwiesenkopf bis in den Grainbach, wendet sich sodann in östlicher und nördlicher Richtung der Waldgrenze in der Grainbach nach bis auf die Gemarkung Stornfels. Die Flur Nr. XXIII wird begrenzt: gegen Norden von der Gemarkung Stornfels, gegen Westen von der Flur Nr. XXIV, gegen Süden und Osten von der Flur Nr. XX und XXII. Hiernach folgte die Flur Nr. XXIV.


Flur XXIV: Diese Flur enthält einen Theil des Stockwiesenkopfs, die Wiesen in der Gibbersbach und in der Grainbach. Die nördliche Grenze dieser Flur bildet die Gemarkung Stornfels, zieht sodann in südlicher und östlicher Richtung an der Waldgrenze     des Stockwiesenkopfs hin in der Grainbach, sodann in nördlicher Richtung durch die Grainbach und den Stockwiesenkopf auf die Gemarkung Stornfels. Diese Flur wird begrenzt: gegen Norden von der Gemarkung Stornfels, gegen We    sten von der Flur Nr. XXV, gegen Süden von der Flur Nr. XVIII und XIX und gegen Osten von der Flur Nr. XXIII.


Flur XXV: Nach geschehener Besichtigung der Flur XXIV wurden endlich zur XXVten und letzten Flur übergeschritten, welche das Ackerfeld auf der Stockwiese, auf den sieben Bergen, im Schauernfeld, überm rothen Graben und auf der Wassererlenbach, umschließt. Die nördliche Grenze der Flur XXV wird theils durch die Waldgrenze des Stockwiesenkopfs und theils durch die Gemarkung Stornfels gebildet, zieht sodann südlich durch das Ackerfeld im Pfarrzehnten und die Gewann im Schauernfeld auf den Weg nach Stornfels, wendet sich auf diesem östlich bis auf den Waldweg beim Groenrain, welcher endlich die östliche Grenze dieser Flur bildet. Die Flur Nr. XXV wird begrenzt: gegen Norden von der Flur Nr. XXIV und der Gemarkung Stornfels, gegen Westen von der Flur Nr. III und II, gegen Süden von der Flur Nr. XVI und gegen Osten von der Flur Nr. XVIII.



Nachdem nun auf diese Weise die Grenzbesichtigung aller einzelnen Fluren vollendet war, und alle vorgekommenen Anstände ihreErledigung gefunden hatten, wurde gegenwärtiges Protokoll in duplo ausgefertigt, einer jeden Ausfertigung ein Exemplar der bey der Grenzbesichtigung entworfenen

Flurgrenzhandrisse beygebunden, und das Ganze von dem Bürgermeister und Geometer unterzeichnet.


        Geschehen zu Ulfa am 4ten Juli 1831


                Unterzeichnet

        Der Bürgermeister        Der Geometer

            Lotz                Kraft



(Text wie im Original geschrieben; - übertragen v. Günter Stahnke)